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Ist ein Halbmarathon eine große Herausforderung? Sicherlich für blutige Anfänger, aber für mich der seit 2 Jahren im Lauftraining ist und seinen ersten Wettkampf bezwungen hatte? Ein 5 Km Lauf den ich mit Platz 63 absolvierte und auch noch meine Bestzeit schlug. 

Auch hatte ich schon mehrere 10km Läufe und zwischendurch auch bis zu 16 km hinter mich gebracht. Diese Läufe wollte ich dann mit einem 10 km Lauf beim Stadtwerke Lübeck Marathon abrunden.

Das wäre es doch gelacht, wenn ich mit ein wenig mehr Training die 21 km nicht schaffen würde. Und wenn wir eins gelernt haben: Wer rastet der rostet! Also ran an die 21km.

Nicht ohne meinen Halbmarathon Trainingsplan

Da ich in meiner Runtastic Pro App auch kostenlose Trainingspläne habe, habe ich mir mal gleich den 12-wöchigen Trainingsplan für Halbmarathon in 2 Std 15 Min rausgesucht und gestartet. Die Zeit würde mir für den Anfang reichen, wir wollen es ja nicht gleich übertreiben.

Die ersten Trainingstage verliefen auch recht gut und ich wurde in meinem Vorhaben immer selbstsicherer. Selbst nach einer 2 – wöchigen Erkältungspause konnte ich wieder nahtlos an den Trainingsplan anknüpfen.

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Dann stand das erste Mal 2 Stunden Laufen auf dem Trainingsplan. Ich hatte mir sogar eine Wasserflasche mit Gurt gekauft um nicht zu verdursten. Sieht allerdings recht lustig aus, wenn man versucht während des Laufens zu trinken.

Gesicht und Laufshirt waren dabei gut versorgt worden, aber das bisschen Wasser, was ich letztendlich trinken konnte, war nicht weiter nennenswert.

Für die Fußgänger, die mir entgegen kamen, muss das wie ein mobiler außer Kontrolle geratener Springbrunnen ausgesehen haben. Naja, so eine erfrischende Dusche hat auch was für sich.

GPS Ausfall auf ganzer Linie

Beim Laufen verglich ich die noch zu laufende Zeit mit meinem Kopf – Navi, ohne dabei zu bemerken das scheinbar das Kopf – GPS ausgefallen war.

Ich kam den 2 Std. nun immer dichter, war aber noch weit von der Heimat entfernt. „Dann läufst du eben den Rest des Weges bis nach Haus“, dachte ich mir. Ist ja kein Ding den einen Kilometer mehr zu laufen.

Ja ok, es waren dann noch fast drei Kilometer. Denn kurz bevor ich nun in unsere Straße einbog plapperte Siri was von 20 km die erreicht worden wären. Bäääähm….jetzt aufhören?

„NEVER!“

Die Beine fühlten sich zwar an wie zwei Stahlträger, so schwer aber nicht so stark und schrien mittlerweile nach Ruhe. Mein Tempo wurde immer langsamer und einer der Zehe fing an zu schmerzen, aber ich, WELLI, dachte gar nicht daran aufzuhören.

Anstatt auf meinen Körper zu hören und mich mit 2 Stunden Dauerlauf zufriedenzugeben steckte ich mir mein neues Ziel. 21 km, Halbmarathon Distanz!

Der letzte Kilometer war nur noch eine Qual, aber mein Ego, in Form eines kleinen Teufels auf der rechten Schulter sitzend, feuerte mich an.

Völlig am Ende meiner Kräfte erreichte ich die imaginäre Ziellinie, meine Einfahrt.

Jaaaaaa, es war geschafft. Ich schleppte mich, wie ein Schiffbrüchiger an den Strand, auf die Terrasse und ließ mich im Stuhl langsam nieder. Trotz der Anstrengung auf den letzten Metern dauerte es gar nicht solange bis der Puls sich wieder gefangen hatte.

Die vergangenen Trainingseinheiten hatten definitiv konditionell gute Arbeit geleistet, was mich dann in meiner Mission HM bekräftigte. Nachdem ich dann meinen Wasserhaushalt wieder aufgefüllt hatte wurde es merklich Zeit unter die Fluten zu springen.

Langsam, einen Schritt nach dem anderen, ganz langsam

Beim Aufstehen sollten sich dann meine Pläne schlagartig ändern, und aus der Dusche wurde dann ein Bad. Leute, solche Knie wie zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie gehabt. Als wenn ich plötzlich Stahlkugeln anstatt Knie hätte.

Ein Bad schien mir daher unausweichlich. Denn damit konnte ich vielleicht noch mehr Schmerzen, als die die ich an diesem Nachmittag noch kriegen sollte, verhindern. Die Stahlkugeln waren nach dem Bad zwar so gut wie weg, aber dafür kamen aber die Schmerzen.

Oh ja, und diese Schmerzen waren heftig.

Ich saß später noch an meinem Bürotisch und hätte mir am liebsten die Beine abgeschraubt. Egal ob gestreckt oder angewinkelt, die Schmerzen waren nur in der kurzen Zeit nach dem Positionswechsel besser, um mich danach weiterhin ordentlich zu piesacken.

Meine Hoffnung beruhte dann auf Voltaren und meinem warmen Wasserbett. Vielleicht hätte ich auch lieber ein Bad mit Voltaren nehmen sollen? Zumindest konnte ich dann doch noch einschlafen und mich erholen.

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Zuletzt aktualisiert am 04.12.2017

Denn am nächsten Morgen waren die Schmerzen wie von Zauberhand verschwunden. Scheinbar doch nur eine kurze Rüge des Körpers und hinsichtlich des arbeitsreichen Nachmittags war ich auch sehr dankbar darüber.

Die Hoffnung war groß

Ätsch, war wohl nichts, denn mit der ersten Treppe die ich auf dem Weg zur Arbeit erklimmen musste wurde mir meine Hoffnung kaputt gemacht. Ich fühlte mich bei dem Aufstieg wie ein ungeübter Bergsteiger beim erklimmen des Mount Everests.

„Holla die Waldfee.“

Jeder Schritt aufwärts zog als wäre die Sehne die oberhalb der Kniescheibe zum Oberschenkel verläuft (Quadriceps-Sehne), zu kurz um das Knie zu beugen. Zum Glück muss man die Treppe runter nicht so stark die Knie beugen, dass einem dann der Schmerz erspart bleibt.

Dem war dann auch so, denn jetzt kam es ganz dicke.

Bei jeder Stufe die ich auf meinem Weg runter erreichte, schoss ein Schmerz durch das gesamte Knie. Ich hätte am liebsten jedes Mal aufgeschrien, wenn ich eine Stufe erreichte. Allerdings wäre mir das mitten im Bahnhof zur belebtesten Tageszeit ein wenig peinlich gewesen.

Klasse und das kurz vor meinem ersten 10 km Lauf.

Nach dem Gewitter, ist vor dem Gewitter

Ich zerrte noch gute drei Tage von diesem Gewitter, bevor sich das wohl größte Gelenk unseres Körpers von diesen Strapazen erholte. Nachdem sich das Gewitter nun verzogen hatte, verbuchte ich es unter Muskelkater und stieg nach einer Woche der Abstinenz wieder in mein Halbmarathon-Training ein.

Die Laufstrecken erstreckten sich auf eine Länge von 10 bis 15 km, je nachdem welche Training Session angesagt war. Mal langsamer, mal schneller und mal beides in Form von Intervalltraining. Zwischendurch noch eben schnell mit Bestzeit den 10 km den SL Lauf absolviert und wieder weiter im Training.

Dann war es wieder soweit, der nächste 2 Std. Lauf stand auf dem Sonntag Trainingsplan. Diesmal aber mit der obersten Priorität es nicht zu übertreiben. 2 Std. bleiben 2 Std., egal welche Pace am Ende dabei rumkommt.

Da ich ja nun die Strecke auch schon abgelaufen bin, wusste ich wo ich abbiegen musste, um so ein Debakel nicht zu wiederholen. Es passte um wenige Meter perfekt mit Zeit und Strecke. Um mich allerdings nicht großartig wiederholen zu müssen, schreibe ich mal einfach: siehe Oben.

Das einzige was jetzt besser und anders war, war, dass ich mich zum Schluss nicht so quälen musste. Alle anderen Schmerzen waren wieder da, also wieder eine selbstverordnete Laufpause. Nur diesmal sollte ich auch für länger etwas davon haben.

Denn sobald auch diese Schlecht – Wetterfront sich verzogen hatte wollte ich natürlich im Training fortfahren.

Doch diesmal hatte ich bereits nach 3,8 km genug Schmerzen, um mir eingestehen zu müssen, dass ich mich vorerst von meinem HM – Training verabschieden sollte. Ich hatte sogar schon die Befürchtung, dass ich nochmal eine viel längere Pause einlegen muss.

Doch dies war dann zum Glück nicht der Fall und ich löschte meinen HM – Trainingsplan vorerst aus Überzeugung.

Lieber spät als nie

Wie so oft musste ich auch hier erst wieder eines Besseren belehrt werden, ehe ich ein Einsehen hatte.

Anstatt sich gleich einzugestehen, dass man doch noch nicht soweit ist um einen Halbmarathon zu laufen, riskiert man noch schlimmere Verletzungen als Muskelkater. Leider ist die Verleitung auf Durchzug zu stellen sehr groß.

Dann kommt der noch größere und so mächtige Ehrgeiz wieder durch und schiebt den Verstand beiseite.

Da nun endlich die Einsicht über den Ehrgeiz gesiegt hat werde ich mein Hauptaugenmerk auf andere Ziele richten. Ich werde weiter meine Pace auf 10 Kilometer ausbauen und weiter an meiner Gewichtsabnahme arbeiten.

Ich gehe auch stark davon aus, dass mein Gewicht eine große Rolle dabei spielt. Scheinbar sind meine zurzeit noch 93 kg über diese Distanz zu viel für meine Knie.

Mein Ziel ist es mit weniger Gewicht und mehr Training im 10 km Bereich meinen Körper auf höhere Ziele einzugewöhnen. Im weiteren Verlauf, so ca. Frühjahr 2018, möchte ich dann wieder in den Halbmarathon einsteigen.

Und die Moral der Geschicht…..

…höre mal hin und wieder auf dich. Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Beispiel zeigen, wie wichtig es ist, dass du auf die Signale deines Körpers hörst.

Dies muss natürlich nicht zwangsläufig bei jedem HM – Anwärter so sein. Jedoch sollte man sich eingestehen, die Signale die dein Körper dir sendet, richtig zu interpretieren. Nur muss man diese Signale auch respektieren, um dann rechtzeitig auf die Bremse drücken zu können.

#doitlikewelli

Halbmarathon- 21 Km und nicht einen Meter schlauer
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  • Andrea Schneider

    Jeder, der läuft, tut auf jeden Fall mal was Gutes für sich – egal, in welchem Tempo. Hauptsache, man übertreibt es nicht, wie Du ja schon schreibst.
    Ich habe ungefähr zur gleichen Zeit wie Du mit dem Laufen angefangen, allerdings ohne Übergewicht aber auch aus dem flexible Zeiteinteilungsgedanken wegen Schichtdienst. Früher war ich niemals gelaufen, schon in der Schulzeit war laufen und Ausdauer „bäh“…was sich geändert hat? Nun, die Erkenntnis, dass ich mich überwinden kann und der SChweinehund nicht unschlagbar ist. Die Leistungssteigerung, die sich innerhalb kürzester Zeit einstellte und der Stolz, dass der Körper sich veränderte…und ich meine Schokolade weiter ohne schlechtes Gewissen essen konnte 😉
    Mittlerweile bin ich meinen zweiten Halbmarathon gelaufen, habe dafür immer mindestens ein halbes Jahr trainiert. Ja, auch nach Trainingsplan aber immer mit Blick auf meinen Körper. Die Schienbeinschmerzen kenne ich auch, konnten aber mit dem richtigen Aufwärmen und genug Abwechslung im Training gut beseitigt werden.

    Ich habe mit einer Pace von 7:30 begonnen und 4 km am Stück (von denen ich niemals gedacht hätte, dass ich so eine Strecke am Stück überhaupt laufen könnte…). Bin vor zwei Wochen zum ersten Mal eine Pace von unter 5 Minuten auf 10km gelaufen (was ich aber so bald nicht wiederholen möchte, denn da war ich echt am Limit!). Aber es ist einfach toll zu wissen, dass ich es KANN 🙂

    Mach weiter so! Schöner Blog!

    a79

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