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So oder so ähnlich hat es wohl bei fast jedem Laufanfänger, in meinem Alter, in der Vergangenheit ausgesehen. In jungen Jahren noch meist sportlich bei der Sache lässt es mit den Jahren nach.

Durch die Bundeswehr konnte ich mein Gewicht von 75 kg noch halten, doch mit dem 21. Geburtstag nahm das Übel seinen Lauf. Pizza und Co wurden zur Hauptmahlzeit erklärt und mit dem Extreme Couching entstand mein neues Hobby. Joggen oder andere sportliche Aktivitäten verschwanden im gedanklichen Nebel.  

Das Einzige was sich noch bewegt hatte war der Zeiger auf der Waage und das immer kontinuierlich nach Oben.

Body Transformation, aber in die falsche Richtung

Schnell wuchs die kleine Falte im Rippen-Shirt zum Wohlstandsbauch heran und bedingt durch Schichtdienst sowie schlechter Ernährung wurde der scheinbar unaufhaltbare Wuchs noch verstärkt.

Des Öfteren überkam mich zwar das schlechte Gewissen und es zog mich dann mal wieder in die Muckibude, aber nie von Erfolg gekrönt. Zwischendurch hatte ich es dann sogar mit Joggen versucht, doch bekam ich schnell so starke Schienbeinschmerzen, dass ich es wieder sein lies.

Fast 20 Jahre vergingen und mittlerweile zeigte das Zeiteisen 40 Jahre und die Waage 104 kg. Das mit einer Größe von 170 cm und einem Bauchumfang von 114 cm. Meine Body Transformation ging in die Vollendung.

Die Angst sich zur Rente nicht mehr bewegen zu können wurde immer größer.

Ja ich weiß das da noch gute 25 Jahre bis zur Rente sind, aber diese Gedanken waren nun mal da. Also überlegte ich wie ich die Pfunde loswerden konnte.

Da ich der Meinung war das ein dauerhafter Gewichtsverlust nur parallel mit Sport zu schaffen ist, machte ich mal wieder auf die Suche nach einer Möglichkeit zur dauerhaften Bewegung. 

Muckibude war mir zu langweilig und auch zeitlich gesehen nicht akzeptabel.

Ein Arbeitskollege zeigte mir dann Freeletics, das Training mit dem eigenen Gewicht. Es verspricht Body Transformation in die richtige Richtung. Er selbst war schon länger dabei und konnte auch schon Erfolge vorweisen.

Also beschäftigte ich mich mit der App, den Übungen und guckte mir auch Body Transformation Videos von Nutzern auf YouTube an. Ich addierte diese Eindr9ücke mit meinem derzeitigen Fitnessstand und den entstehenden Kosten für das Abo und unter dem Strich kam ein dickes NEIN heraus.

Jedenfalls zu diesem Zeitpunkt.

Ich fürchtete das ich dort nicht mithalten könnte, schnell die Lust verlieren würde und dann wieder Geld zum Fenster herausgeworfen hätte. Somit wurde diese Möglichkeit auch gestrichen.

Sollte ich es vielleicht doch nochmal mit dem Joggen versuchen? Mit einem dicken Plus auf der Pro – Seite vermerkte ich die Zeitintensivität. Ich würde direkt von zu Haus loslaufen oder in den nahegelegenen Wald fahren können.

Zudem würde sich ein Versagen auch nicht so im Portemonnaie bemerkbar machen. Dies überwog dann auch die Contra – Seite mit den zu befürchtenden Schienbeinschmerzen. Also hoch von der Couch und ran an den Speck.

Joggen in geheimer Mission

Gerade in der ersten Zeit wollte ich mich nicht unbedingt bei meinem Vorhaben sehen lassen, und beschloss in den nahe gelegenen Wald zu fahren, um dort in aller Ruhe joggen zu können.

Zum Glück war gleich am Anfang des Waldstücks eine kleine Runde mit ca. 900m möglich. Am Start mit einem kleinen Berg und der Rest in einem großen Bogen nur noch abschüssig. Nichts Besonderes aber für einen Laufanfänger optimal.

Perfekt, also lief ich ganz langsam meine Runden. Ja fast so langsam, das wenn sie es könnten ich ein Hupkonzert aufgebrachter Schnecken hinter mir hätte. Das war mir aber auch egal, denn ich war stolz wie Oskar. 😉  

Leider habe ich erst ein paar Läufe später mit der Runtastic App angefangen die Laufeinheiten aufzuzeichnen, das sogenannte Tracking. Anfangs (11/2014) hatte ich noch Zeiten von ca. 8 Minuten pro Kilometer, heute 2 Jahre später, liege ich bei 06.30 Minuten um in der Aeroben – Zone (Fettverbrennung) zu bleiben.

Vier ganze Runden bin ich gelaufen bis dann meine Kondition am Ende war. Es hat zwar geklappt, aber ich hätte vielleicht doch erstmal auf die Intervallmethode zurückgreifen sollen. Zum Beispiel 2 Minuten laufen und dann 2 Minuten gehen, das wäre für ein aufbauendes Training sicherlich effizienter gewesen.

Kaum war ich mit meinem ersten Lauf durch und schon waren sie wieder da; die Schmerzen wie vor etlichen Jahren.

Dicke Waden die zu platzen drohten und Blitze wie bei einem Gewitter, so schoss es mir durch die Schienbeine. Jede Art von Auftreten war nur mit extremen Schmerzen möglich, und einem Gefühl als würde man Kekse zerbröseln. Bei jedem Schritt kam es mir vor als hätte ich Schwimmflossen an, so ließ ich einen Fuß nach dem anderen auf den Boden platschen.

Jetzt fehlte nur noch eine Entenpfeife und ein Schoof Enten. In der Masse würde ich unter Garantie nicht auffallen. Selbst Autofahren war eine Qual. Ein Heiligtum für eine Automatik, dann wäre ein Bein schon mal ruhiggestellt gewesen.

Nein, wie Rambo bis ich die Zähne zusammen und machte mich auf den Heimweg.

NO PAIN NO GAIN oder doch alles einfacher als Gedacht?

Der Schmerz hielt sich beharrlich an meine Unterbeinen fest, was auch was für sich hatte. Denn jetzt hatte ich Beschäftigung für den Rest des Tages.

Allerdings wußte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es auch noch schlimmer gehen kann.

Ich ärgerte mich und fluchte über meine körperliche Verfassung, so war für mich das Joggen doch die einzige Chance um wieder fit zu werden. Denn vom Kopf her wäre keine andere Sportart für mich, zeitlich mit dem Schicht- und Wechseldienst, vereinbar gewesen.

Noch mit dem Frust beschäftigt beschloss ich weiterhin es zu versuchen, in der Hoffnung, das die Schmerzen mit jeder Laufeinheit besser werden würde. Das war dann aber leider ein Trugschluss. Mal mehr und weniger Schmerzen, aber sie haben mich nach dem Joggen noch eine ganze Zeit begleitet.

Doch dann kam der Tipp schlechthin. ACHTUNG, Trommelwirbel und tata: Magnesium – 2 Wochen hatte es gedauert bis die Schmerzen weniger wurden und schließlich nach 4 Wochen gänzlich verschwunden waren.

Für den Tipp muss ich mich dann mal bei Dr. Google bedanken. Auch die Apothekerin darf ich hier nicht auslassen, die mir noch verriet, dass sich das bis zu 4 Wochen noch hinziehen kann. Sonst hätte ich vielleicht schon, mit meiner Engelsgeduld, nach einer Woche wieder aufgehört.

Mittlerweile schlucke ich das Magnesium täglich und diese Art von Schmerzen sind nicht wieder aufgetaucht. Leider kann dich dein Körper auf viele verschiedene Arten ärgern, aber dazu in späteren Blogeinträgen mehr.

Kleiner Tipp am Rande: Die Preiswerten Magnesiumtabletten von Lidl, Aldi und Co tun es aber auch. Der Preisunterschied ist schon heftig, aber die Wirkung bleibt gleich. Die Tabletten oder das Pulver kosten im Discounter nur rund ein Zehntel dessen, was sie in der Apotheke kosten. Das einzige worauf man achten sollte ist, dass man gerade als Sportler die Dinger täglich verabreicht. Keine Angst vor einer „Überdosis“ denn alles was dem Körper zu viel wird, scheidet er wieder aus. Wie er das macht möchte ich jetzt aber nicht vertiefen. 😉

 

Tja, so hat nun meine Karriere als Laufanfänger begonnen, und jetzt 2 Jahre, -12 kg und nur noch 102 cm Bauchumfang später, gehört das Laufen mittlerweile wie Zähneputzen zu meinem Alltag.

Endlich geht auch meine Body Transformation in die richtige Richtung. 

Es ist so stark integriert das mich eine unfreiwillige Laufpause, sei es wegen der Arbeit oder der Gesundheit, extrem ärgert. 

Hier endet nun meine Zeitreise in die Vergangenheit und ich hoffe ich konnte dich motivieren aufzustehen und den ersten Lauf zu bestreiten. Und nicht vergessen #doitlikewelli 💪

Vom Extreme Couching zum Joggen, wie alles begann!
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