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Hand hoch, wer von euch hat noch keinen Muskelkater gehabt? Wer jetzt „ICH“ schreit bitte mal unter dem Beitrag kommentieren. Ich vermute mal das sind die Wenigsten, oder? Gerade jetzt als Laufanfänger wird er dich womöglich öfter mal ärgern. Hast du dir eigentlich mal so richtig Gedanken gemacht, wie der Muskelschmerz entsteht und was du dir damit antust?

Die Mär vom Muskelkater und der Milchsäure

Abgeleitet von dem medizinischen Begriff „Katarrh“ war man vor dem jetzigen Wissensstand der Meinung das der Muskelschmerz durch eine Übersäuerung entsteht. Dabei soll sich unter anderem ein Salz der Milchsäure namens „Laktat“ im Muskel ablagern.

Das entsteht, wenn du deine beanspruchte Muskelregion in kürzester Zeit überbelastest. Zum Beispiel beim Sprinten oder auch bei Workouts mit Squads habe ich es schon gehabt.

Der Muskel bekommt zu wenig Sauerstoff um die vorhanden Kohlenhydrate sauber, ohne Laktat, zu verarbeiten. Bemerkbar macht es sich bei dir dadurch, dass die Milchsäure ein brennendes Gefühl in deinem Muskel hervorruft.

Jedoch hat man festgestellt das ein Marathonläufer weitaus weniger Laktat bildet wie ein Sprinter, der in kürzester Zeit Unmengen davon produziert. Da der Muskelkater nun aber viel später entsteht hat man diese Meinung verworfen und nochmal genauer hingeguckt.

Wodurch entsteht Muskelkater?

Ganz einfach und plausibel gesagt: Dein Körper möchte sich für die lange Zeit der Vernachlässigung und der plötzlich ungewohnten Tätigkeit, in Form von Muskelschmerzen, bei dir recht herzlich bedanken.

Das schlimme ist das der Körper nicht sofort „ HALT STOP “  schreit, wenn man ihm genug zugemutet hat. Während und direkt nach dem Lauftraining ist nichts zu spüren, so dass man es schnell unbemerkt übertreibt.

Und keine Angst, der Muskelkater im Oberschenkel und Wade wird kommen.

Langsam schleichend wird er sich an dich ran pirschen und ohne Gnade zuschlagen. Wie langsam ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie z.B. Alter und körperliche Verfassung, und das kann sich dadurch 24 – 48 Stunden hinziehen.

Wie entsteht Muskelkater?

Der Muskelkater wird durch Überbelastung bzw. durch die ungewohnte Tätigkeit hervorgerufen. Dadurch entstehen dann im Muskel Mikrofaserrisse (Mikrotraumata), die sich dann im weiteren Verlauf entzünden. Diese Entzündungen führen dazu, dass Wasser in die Mikrofaserrisse eindringt und sich Ödeme bilden.

Das Fatale daran sind die im Muskel fehlenden Schmerzrezeptoren, wodurch du Anfangs keine Schmerzen verspürst.  

 

Der Schmerz tritt erst dann auf, wenn der Körper versucht die Endzündungsstoffe aus den Mikrofaserrissen auszuschwemmen. Dabei treten diese mit den außen ansässigen Nervenzellen in Kontakt und der Muskelkater in Wade und Oberschenkel ist perfekt.

Ist Muskelkater nun gut oder schlecht?

„Stell dir vor du läufst mit deinem Laufpartner durch den Wald und ihr unterhaltet euch dabei. Versunken im Gespräch achtest du nicht mehr auf die Laufstrecke. Zack und Baff, der nächste Baum ist deiner. Schmerzerfüllt hältst du dir das Gesicht und freust dich wenn der Schmerz nachlässt. Na, war das jetzt gut? Ok, krasses Beispiel aber ich glaube besser kann man es nicht erklären.“

Eindeutig schlecht, meiner Meinung nach ist Schmerz immer schlecht. Warum sollte der Körper uns sonst solche Signale senden? Ich gehe hier aber auch von einem extremen Muskelkater aus, der dich wie Mr. Roboto durch die Weltgeschichte schleichen lässt.

Leider gibt es genug Sportler die der Meinung sind, dass nur durch Muskelkater eine Verbesserung der Leistung hervorgerufen wird. Was ich persönlich für völligen Blödsinn halte.

Mit Trainingsreizen arbeiten macht Sinn, wie z.B. Intervalltraining, um der Leistungsgrenze immer wieder einen kleinen Kick zu geben. Aber von Anfang an seine Laufstrecke mit Vollgas laufen halte ich für absolut kontraproduktiv.

Damit beschwört man eher Schmerzen herauf, wo man sich wünscht es wäre nur ein simpler Muskelkater geworden. Die Folgen sind dann lange Trainingspausen zur Regeneration, die sich dann auch schnell mal auf einen Monat hinziehen.

Und oft bleibt dann auch die Motivation auf der Strecke, man knickt leicht ein und lässt die Laufsachen wieder tief im Schrank verschwinden. Weil man ja der Meinung ist, dass das Laufen einem nicht gut tut.

Also immer ruhig angehen lassen, und es nicht unnötig übertreiben.

Im zweiten Teil erfährst du wie du den Muskelkater wieder los wirst, du dich das nächste Mal besser vor Ihm schützt und warum du ihn genießen solltest.

Laufen für Anfänger Teil 5 – Genieße deinen Muskelkater
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